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ArchiCAD vs. Revit in der Schweiz: Welche BIM-Software passt zu Ihrem Büro?
Ein ehrlicher Vergleich der beiden führenden BIM-Programme für Schweizer Architekturbüros — mit Praxistipps für die Entscheidung.
In der Schweizer Architekturbranche dominieren zwei BIM-Programme: ArchiCAD von Graphisoft und Revit von Autodesk. Beide sind leistungsfähige Werkzeuge für die Gebäudeplanung — aber sie unterscheiden sich in Philosophie, Stärken und Verbreitung. Als Outsourcing-Partner arbeiten wir täglich mit beiden Programmen und kennen die Vor- und Nachteile aus erster Hand.
Marktanteile in der Schweiz
ArchiCAD hat in der Schweiz einen Marktanteil von rund 60–70% unter Architekturbüros. Die Software ist traditionell stark in der deutschsprachigen Schweiz verankert und wird von vielen Fachhochschulen als Hauptwerkzeug gelehrt. Revit dominiert hingegen im internationalen Kontext und bei grossen Generalplanerbüros. In der Westschweiz und bei international tätigen Büros ist Revit stärker verbreitet.
ArchiCAD: Stärken und Schwächen
Stärken: Intuitive Benutzeroberfläche, die dem architektonischen Denken folgt. Hervorragende 2D-Dokumentation mit voller Kontrolle über die Plandarstellung. Starke Schweizer Community und Lokalisierung (SIA-konforme Vorlagen). Gutes Teamwork-Feature für simultanes Arbeiten. Morph-Tool für freie Formmodellierung. Schwächen: Geringere Verbreitung im internationalen Kontext. Weniger Add-ins und Drittanbieter-Erweiterungen als Revit. Komplexere Familien-/Objekterstellung als in Revit.
Revit: Stärken und Schwächen
Stärken: Internationaler Standard, der die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern erleichtert. Leistungsfähiges Familiensystem für parametrische Bauteile. Grosses Ökosystem an Plugins und Erweiterungen (z.B. Dynamo für Scripting). Starke Haustechnik-Integration (MEP). Cloud-Kollaboration über BIM 360. Schwächen: Steilere Lernkurve als ArchiCAD. Weniger intuitive 2D-Plandarstellung — erfordert mehr Aufwand für Schweizer Planstandards. Höhere Hardwareanforderungen. Lizenzmodell ausschliesslich als Abo.
IFC als gemeinsame Sprache
Unabhängig von der Softwarewahl ist IFC (Industry Foundation Classes) der offene Standard für den Datenaustausch zwischen BIM-Programmen. Beide Programme exportieren und importieren IFC-Dateien, sodass die Zusammenarbeit über Programm-Grenzen hinweg möglich ist. Für openBIM-Projekte in der Schweiz — wie sie zunehmend von öffentlichen Bauherren verlangt werden — ist IFC-Kompetenz unverzichtbar.
Unsere Empfehlung
Für reine Architekturprojekte in der Schweiz bleibt ArchiCAD die naheliegende Wahl — dank starker Lokalisierung, intuitiver Bedienung und der breiten Schweizer Nutzerbasis. Für international ausgerichtete Büros, Projekte mit starker TGA-Integration oder Bauherren, die explizit Revit-Modelle verlangen, ist Revit die richtige Wahl. Als Outsourcing-Partner sind wir in beiden Welten zuhause. Egal ob Sie ArchiCAD oder Revit nutzen — wir liefern in Ihrem Format.